EMG

Die Elektromyographie (EMG) ist ein technisches Verfahren, bei dem die natürliche elektr. Aktivität eines Muskels durch Elektroden gemessen wird.

Neuigkeiten

1. Okt. 2007
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Verlauf der Nadel-EMG

Der Arzt sticht dem entspannt daliegenden Patienten eine dünne Nadel-Elektrode direkt in den Muskel. Der Einstich erfolgt bei großen Muskeln senkrecht zur Oberfläche und zur Faserrichtung. Nur bei kleinen Muskeln sind tangentiale Einstiche zulässig, da hierbei die Gefahr größer ist, wiederholt von der gleichen motorischen Einheit abzuleiten.

Um nicht die schmerzhaften freien Nervenendigungen zu treffen müssen Nadelvorschübe parallel zur Haut (horizontal) vermieden werden. Die Elektroden sollten möglichst in der Mitte des Muskels angebracht werden, d.h. dort wo sich das größte Volumen befindet, da nur für diese Position Referenzwerte zur Verfügung stehen und der Einstich hier nicht so schmerzhaft ist wie in der Nähe von Sehnen.

Man muss unterscheiden zwischen der Nadelinsertion bei der die Haut penetriert wird, und den weniger schmerzhaften Positionsänderungen der Nadel innerhalb des Muskels nach erfolgter Insertion. Die Erdelektrode sollte möglichst an der untersuchten Extremität angebracht werden. Um unnötige Schmerzen des Patienten zu vermeiden, muss das Ziel bei einer Nadel-EMG immer sein, mit möglichst wenigen Insertionen (in der Regel 2-3) von möglichst vielen Positionen im Muskel abzuleiten.

Anspannungsphase

Anschließend wartet der Untersucher ab, bis sich der Muskel nach dem Stich beruhigt hat und erst danach bittet er den Patienten, den Muskel zuerst ganz leicht und dann vollständig anzuspannen. Währenddessen werden alle elektrischen Aktivitäten des Muskels im Computer aufgezeichnet (Rekrutierungsverhalten). Die Zahl der Untersuchungsstellen pro Muskel hängt vom Befund während der Untersuchung ab.

Bei Untersuchung an nur einer einzigen Stelle besteht die Gefahr, fokale pathologische Veränderungen zu überschätzen oder zu übersehen (z.B. fokale myopathische Veränderungen). Da der Durchmesser des Territoriums einer Einheit mehr als 10mm betragen kann und unterschiedliche motorische Einheiten untersucht werden sollen, muss der Abstand von der vorherigen Untersuchungsstelle in allen Richtungen mindestens 10mm betragen. Dazu versetzt man die Nadel in Querrichtung, da bei einem neuen Einstich in Längsrichtung die Wahr-cheinlichkeit größer ist, von derselben motorischen Einheit abzuleiten.

Über einen Lautsprecher werden die Spannungsschwankungen der Muskeln durch die ganze Untersuchung hinweg durch Rauschen und Knattern hörbar gemacht. Erfahrene Ärzte können schon anhand der Geräusche eine Aussage über die Art einer Schädigung treffen. Anschließend erfolgt die genaue Analyse am Computer.

Der Arzt achtet hierbei besonders auf:

  • Die elektrischen Signale, die direkt nach dem Nadeleinstich entstehen (Insertionsaktivität).
  • Die Form spontaner Signale bei entspanntem Muskel (Spontanaktivität).
  • Die Signale, die entstehen, wenn der Patient während der Untersuchung den Muskel vorsichtig anspannt.

Komplikationen

  • Nebenwirkungen
    • Gerinnungsstörungen
    • Infektionen in unmittelbarer Nähe der Einstichstelle (Desinfektion notwendig!)

Es gibt keine Alternativen zur EMG, nur ergänzende Untersuchungen, wie die Elektro-Neurographie.
In seltenen Fällen können auch Gewebeproben von Nerven und Muskeln zu einer genaueren Diagnose verhelfen.

Nadel-EMG

Bei der Nadel-EMG werden in einen Muskel dünne bipolare Nadelelektroden eingestochen.

Inhaltsverzeichnis
Weise Worte

Man sollte niemals zu einem Arzt gehen, ohne zu wissen, was dessen Lieblingsdiagnose ist.
- Henry Fielding

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